Dr. phil. nat. Matthias Jungck

Der Physiker​    

Physik mochte ich schon gut in der Schule. Mein Lehrer, Herr Feder im humanistischen Gymnasium Wittelsbacher, war sehr gut und hat uns immer spannende Experimente vorgeführt. So konnte ich einmal mit der Gravitationswaage die Graviationskonstante bestimmen.

Nach meinem deutschen Abitur zog ich nach Bern zu meinem Onkel Albert Streckeisen und meiner Gotte Trudi. Ich kam gut aus mit meiner Cousine Annedorli. Ich studierte die Nebenfächer Mathematik und Astronomie. Im Praktikum der Astronomie konnten mein Komilitone Franz Niederer und ich die Breite des Instituts exakt bestimmen.

Im fünften Semester, das ich dann eher schwänzte, war ich lieber auf dem Observatorium auf dem Gornergrat. Von der Uni Genf aus war ein Physiker mit mir damit betraut worden das „Seeing“ auf dem Gornergrat zu bestimmen. Wir benutzten einen 20 cm-Spiegel. Es war im Winter und wir konnten telefonisch die Esswaren in Zermatt bestellen. Wir machten jede Nacht Aufnahmen der Saturnringe mit den je nach dem sichtbaren Lücken. Die Aufnahmen entwickelten wir auch dort oben.

Mathematik war nicht meine Leibspeise und das erste Mal fiel ich beim Examen durch. Aber nach dem erfolgreichen Abschluss der Nebenfächer (ganz und gar nicht nach dem Bologna-Prinzip!) konnte ich bei Prof. Eberhardt Mondproben messen! Zuerst musste ich aber Röhrchen eichen (mit Quecksilber), die für die Edelgase gebraucht wurden. Dr. Ottokar Eugster führte mich in die Edelgas-Massenspektrometrie ein.

So kam es, dass ich amerikanische, aber auch russische Mondproben auf Helium, Neon und Argon untersuchen durfte. Am Schluss meiner Lizarbeit konnte ich noch die Edelgase Kr und Xe messen.

Die Doktorarbeit begann mit 6 g Meteorit Orgueil. Die Suche nach der richtigen Zusammensetzung der Komponente Ne-E begann. Sie konnte im Jahr 1979 gefunden werden: Ne-E ist reines Neon-22! Siehe Doktorarbeit.

Als Postdoc war ich in San Diego, siehe UCSD.

Dann konnte ich mitwirken bei der Sonde Giotto. Diese passierte den Kometen Halley. Ich sass in Darmstatt als die ersten Signale in die ESA (europian space agency) übermittelt wurden.

Anschliessend war ich als Ingenieur bei der Firma Hasler angestellt. Ich habe ein Patent auf die schnellste Frankiermaschine. Sie wurde nie produziert …

Schliesslich kam ich ans BAG, Bundesamt für Gesundheit. Die nächsten 20 Jahre arbeitete im Strahlenschutz. Dort habe ich Gammaspektrometrie betrieben und einen neuen Regensammler konstruiert, der heute noch in Betrieb ist und die Radionuklide im Regenwasser an verschiedenen Orten der Schweiz misst. Ich machte auch Radonmessungen in Luft und Wasser. Somit bin ich wohl fast der Einzige, der alle Edelgase gemessen hat. Mit 60 Jahren wurde ich pensioniert.

© 2019 Matthias Jungck